Der Stadtverband von Bündnis 90 /Die Grünen Osnabrück hat den Ratsbeschluss zur Einrichtung einer ‚trialogischen Grundschule’ in katholischer Trägerschaft kritisiert.
„Die Einrichtung von privaten Grundschulen kann nicht der richtige Weg zu mehr Integration und Bildungsgerechtigkeit in der Stadt Osnabrück sein“, erklärte Vorstandssprecher Sebastian Bracke und stellte klar, „Bildung ist und bleibt eine öffentliche Aufgabe, die nicht privatisiert werden darf.“
Zudem sei das Konzept der als „Modellschule“ gepriesenen neuen Schule problematisch. Der Rat habe die Chance verpasst darauf hinzuwirken die Johannisschule in eine Schule ohne Bekenntnis umzuwandeln. „Denn eine multireligiöse Schule scheint zwar auf den ersten Blick mehr Inklusivität zu versprechen. Letztlich bleibt es jedoch eine Schule, die nicht allen Kindern offen steht. Für uns darf Religionszugehörigkeit kein Auswahlkriterium sein,“ so Bracke. Durch die Trägerschaft der bischöflichen Schulstiftung gelte zudem das diskriminierende kirchliche Arbeitsrecht.
Sprecherin im Vorstand Anne Kura erklärte, „Wir unterstützen es, wenn drei Religionen in Osnabrück gemeinsam Projekte entwickeln und durchführen, doch Schulen sind aus unserer Sicht ein Ort, wo auch der Austausch zwischen religiösen und nicht-religiösen Menschen ermöglicht werden muss.“
Die Osnabrücker Grünen setzen sich weiter für die Beibehaltung von Grundschulbezirken und die kritische Überprüfung des Bestands der Konkordatsschulen ein, um die Schulen im jeweiligen Stadtquartier besser einzubinden und zu vernetzen. Nach dem Motto „Kurze Beine, kurze Wege“ fordern die Grünen seit Jahren eine bedarfsgerechte Versorgung mit gebundenen Ganztagsschulen - nicht aber ein exklusives Ganztagsangebot für Wenige.
Die Grünen warnen darüber hinaus davor, die neue Privatschule als Feigenblatt für die städtische Integrations- und Bildungspolitik zu nutzen. In beiden Feldern gäbe es weiter jede Menge Handlungsbedarf in der Breite. Der Rat müsse nun eine Antwort auf die Frage geben, wie er die Bildungschancen für alle Osnabrücker Kinder verbessern will.