Mit über hundertzwanzig Interessierten Osnabrückerinnen und Osnabrückern diskutierten Thilo Hoppe, Sven Giegold und Prof. Dr. Dr. Radermacher am Dienstag, den 17.02.2009, in der FABI die Riskien der Weltfinanz- und Wirtschaftskrise und die daraus resultierenden Chancen für ein Umsteuern, um die grundlegenden Probleme unseres Globus noch zu lösen.
"Wir müssen die Krise nutzen, um starke ökosoziale Regeln durchzusetzen", so Sven Giegold. Dies müsse zügig geschehen, denn das Zeitfenster sei nur kurz. "Entweder wir schaffen es in den nächsten zwei Jahren die Weichen für fundamentale Änderungen im Bereich Klima und Armutsbekämpfung zu stellen, oder wir erleben den Kollaps", so Franz-Josef Radermacher. Er warnte zudem vor einer möglichen Brasilianisierung der Weltgesellschaft.
Alle Krisen müssten mit der gleichen Kraft angegenagen werden. Die Finanzkrise müsse behoben werden, um die Handlungsfähigkeit der Staaten im Kampf gegen den Klimawandel und beim Umsteuern des Ressourcenverbrauchs zu erhalten. Kurzfristige Rettungspläne seien daher notwendig, doch langfristig müsse ein supranationales Konzept entwickelt werden, dass die Staaten auch finanziell am Leben halte. Insbesondere die Steueroasen müssten ausgetrocknet werden. dies müsse international geschehen. Erst wenn hier ein gemeinsamer Weg eingeschlagen sei, könnten die Staaten ihre Schulden reduzieren. Der Anteil Deutschlands an den so jährlich zur Verfügung stehenden Steuern sei höher als das Volumen der Konjunkturpakete I und II.
Dazu bedürfe es ein neues Ordnungssystem, dass die Kompetenzen von UN, WTO und IWF zusammenführe und weltdemokratisch organisiert sei.
Sven Giegold stellte das Konzept des Green New Deal vor, dass die Krisen ganzheitlich betrachtet und Lösungen vorstellt. Es gehe darum in der Krise die Chance zu ergreifen und die Karten für eine ökologisch-soziale Zukunft neu zu mischen. Investitionen in nachhaltige Zukunftsbranchen und Bildung seien jetzt unbedingt von Nöten.