Der Stadtverband Osnabrück von Bündnis 90 / Die Grünen beteiligte sich an der großen Auf-taktdemo am 6. November in Dannenberg. „Gerade jetzt ist es wichtig geworden, dass wir nicht nachlassen und durch weitere Massenproteste deutlich machen, dass die Mehrheit in diesem Land die unverantwortliche Atompolitik der Bundesregierung strikt ablehnt“, betonte Anne Kura, Vorstandssprecherin der Osnabrücker GRÜNEN. Kura wertete die friedliche Demonstration, die von Bürgerinitiativen und Umweltverbänden organisiert wurde, „als vollen Erfolg.“
Die Proteste gegen den Castor-Transport wurden auch nach der Kundgebung fortgesetzt. So nehmen seit Sonntagvormittag über 1500 Atomkraftgegnerinnen und -gegner an einer friedlichen Sitzblockade vor dem Zwischenlager in Gorleben teil.
Nach der Menschenkette im April und der Großdemonstration im September in Berlin, ist es gelungen noch mehr Menschen aus dem Osnabrücker Raum zu mobilisieren. Mit drei gecharterten Bussen reisten knapp 150 Menschen aus Osnabrück ins Wendland. Für viele weitere wurden noch Plätze in Bussen aus Melle und Lengerich organisiert oder es wurden Fahrgemeinschaften gebildet. Die Beteiligung aus Osnabrück beziffert Kura auf 250 Men-schen: „Wir sind stolz, dass wir so viele Menschen dazu bewegen konnten, ihrem Wider-stand Ausdruck zu verleihen“, so die GRÜNEN-Sprecherin.
Es ist bereits der 12. Transport von Castorbehältern nach Gorleben, jedes Mal wurde er von Protesten der Bürger begleitet, diesmal sind sie größer als je zuvor. Dass der Salzstock Gorleben als Endlagerstätte für Atommüll völlig ungeeignet ist, ist heute kein Geheimnis mehr. Die Entscheidung für Gorleben in den 70er Jahren erfolgte aus rein politischen Erwägungen; wird nun aber mit jedem zusätzlichen Castor-Transport zementiert. Die Bundesregierung verweigert sich einer ergebnisoffenen Endlagersuche in ganz Deutschland. Das Fehlen eines sicheren Atomendlagers ist ein weltweites Problem. „Vor diesem Hintergrund ist es umso unverständlicher, dass die Bundesregierung dennoch die Laufzeiten der deutschen Atomkraftwerke verlängert hat und damit insgesamt über 4.000 Tonnen neuen hochradioaktiven Müll produziert“, so GRÜNEN-Vorstandssprecher Sebastian Bracke.
Zum Bündnis der Osnabrücker Atomkraftgegnerinnen und -gegner gehören der Stadtver-band von Bündnis 90 / Die Grünen, attac und die Osnabrücker Klimaallianz sowie die Linke, die Piratenpartei und die Grüne Jugend an.